Wie wir aus Kampala rausfahren wollten, war die Stadt voller Polizei und es waren sehr viele Leute unterwegs. Wie immer gab es ein ungewöhnlich hohes Verkehrsaufkommen in Kampala. Auf einmal hielten die ganzen Passanten ihre Arme hoch um zu zeigen, dass sie nichts in Händen hatten. Die Polizei kümmerte es aber nicht und es wurde mit Stöcken auf die Passanten eingeschlagen. Das ganze fand in 1 - 2 Meter Entfernung von mir statt. Ich wollte aus Sicherheitsgründen lieber das Fenster schließen, aber mein Fahrer meinte es wäre besser dieses offen zu lassen, damit man sieht, dass hier ein weißer im Auto sitzt. Diese Szenen von Polizeigewalt gegen Fußgänger wiederholten sich noch einige Male. Es war nicht nur normale Polzei vor Ort, sondern auch noch Militär Polizei spielte mit den Körpern der Fußgänger Punching ball. Mir war wirklich nicht wohl. In den Nachrichten war zu hören, dass ein Fahrzeug Konvoi von Entebbe nach Kampala mit Steinen angegriffen wurde. Das war genau die Strecke auf der ich unterwegs war. Es war von Toten die Rede. Wie wir dann endlich Kampala verlassen hatten, war ich froh. Doch es war noch nicht vorbei. Auf der ohnehin schlechten Strasse kamen uns auf einmal Polizei entgegen. Nicht etwa auf der anderen Straßenseite, sondern genau in der Mitte der Straße. So mußten alle Fahrzeuge die Strasse verlassen. Es folgten 30 - 40 Autos. Alles teure Luxusmarken. Mittendrin Polizei und das in einer Geschwindigkeit, die eigentlich für die Strassen viel zu hoch war. Das passierte uns auf den 30 km von Kampala nach Entebbe mehrere Male. Während ich eine SMS tippte um meine Kollegen zu warnen, dass sie heute nicht ausgehen sollten, fuhren wir an 2 Toten vorbei. Es sollte heute insgesamt 5 Tote gegeben haben. Als ich dann endlich in Entebbe angekommen bin, meinte mein Fahrer, dass er lieber noch 2 Stunden in Entebbe verbringt, bevor er nach Kampala zurück fährt. Ich habe ihn noch ein ungewöhnlich hohes Trinkgeld gegeben und ihm gesagt, dass er sich in Entebbe was zu Essen und zu trinken holen soll. Der Check in war dieses Mal in Entebber extrem scharf. Es wurde dieses Mal jeder intensiv überprüft. Ich war froh, wie ich endlich in den Flieger einsteigen konnte.
Hier kommt noch ein Pressebericht vom letzten Tag.
http://www.afrika-travel.de/uganda-news/0373-uganda-tote-am-tag-der-amtseinfuehrung.html
Uganda: Tote am Tag der Amtseinführung
| Geschrieben von Lukas Niemeyer | |
| Freitag, 13. Mai 2011 | |
| Bei gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und Unterstützern der Opposition sind in Uganda am gestrigen Tag der Amtseinführung des im Februar wiedergewählten Präsidenten Yoweri Museveni bis zu fünf Menschen getötet worden. Ein Regierungssprecher bestätigte bisher nur einen der Todesfälle, der unabhängige Fernsehsender WBS sprach jedoch von fünf Opfern, die getötet wurden, als die Polizei das Feuer auf Demonstranten eröffnete, welche einen Fahrzeugkonvoi mit Steinen beworfen haben, der Gäste der Amtseinführungszeremonie in die Hauptstadt Kampala bringen sollte. Bereits seit mehreren Wochen kommt es in Uganda immer wieder zu Protesten der Oppositionsanhänger gegen stark gestiegene Lebensmittel- und Benzinpreise, die von den Sicherheitskräften gewaltsam unterbunden werden. Die Opposition wirft dem seit 25 Jahren regierenden Präsidenten Museveni, der gestern zum vierten Mal vereidigt wurde, außerdem vor, die Wahlen im Februar gefälscht zu haben. Der Fahrzeugkonvoi, in dem sich der Präsident Nigerias, Goodluck Jonathan, befand, wurde auf der Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt von wütenden Demonstranten mit Steinen beworfen. Die Polizei ging daraufhin mit Tränengas, Schlagstöcken, Gummigeschossen und scharfer Munition gegen die Regierungsgegner vor. Ein Motorradfahrer, der sich in der Nähe des Konvois aufhielt wurde mit Sicherheit getötet. Parallel dazu kam es am Donnerstag zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Unterstützern des Oppositionsführers Kizza Besigye, den diese vom Flughafen Entebbe zurück in die Hauptstadt Kampala begleiten wollten. Besigye war mit dem Flugzeug aus Kenia nach Uganda zurückgekehrt, nachdem er in Nairobi aufgrund der bei früheren Demonstrationen erlittenen Verletzungen in einem Krankenhaus behandelt worden war. An der Amtseinführungszeremonie des umstrittenen Präsidenten nahmen die Regierungsoberhäupter von Nigeria, Kenia, Simbabwe, Tansania, Äthiopien, der Demokratischen Republik Kongo, Somalia und dem Südsudan teil. In seiner Rede beschuldigte Museveni die Opposition, verzweifelt nach der Macht zu gieren und dafür zerstörerische Pläne zu schmieden. Diese Pläne würden zunichte gemacht, so der Präsident. Internationale Geberländer haben das harte Vorgehen des ugandischen Staatsoberhauptes bisher nicht kritisiert und Analysten vermuten, dass auch keinen Verlust der finanziellen Unterstützung oder weitreichende Kritik zu fürchten hat. Das ist damit zu begründen, dass Uganda einen wesentlichen Teil der Soldaten für die internationale Friedensmission in Somalia stellt und die internationalen Geberländer diese Situation gerne beibehalten wollen, so J. Peter Pham, Afrika-Analyst des Atlantic Council. |
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